Wie präsentiere ich mich auf Social Media?

erstellt von Luisa Jabs |

Maja Entner, die neue Coachin für Medienkompetenz bei BeuthBonus+, stellt sich vor: Nach einer Berufsausbildung, einem Studium und zahlreichen Arbeitsstationen hat sie zu BeuthBonus+ gefunden. Dort unterstützt sie seit August 2021 die Teilnehmenden bei ihrem Social-Media-Auftritt. Worauf man achten kann und wie sie zur Coachin wurde, hat sie uns berichtet ...

Bitte stellen Sie sich kurz vor – wie ist Ihr beruflicher Werdegang? Warum sind Sie Coachin geworden?

Nach dem Abitur habe ich eine Berufsausbildung zur Buchhändlerin gemacht. Weil ich mich für Sprachen interessiere, habe ich danach Regionalwissenschaften Südostasien studiert. Im Rahmen des Studiums war ich lange im Ausland, in verschiedenen Ländern Südostasiens. Als ich danach in Bonn ins Berufsleben eingestiegen bin, fand ich viele internationale Organisationen. Die Schnittmenge an Themen, die ich mitbrachte – einerseits das Kaufmännische aus der Ausbildung und andererseits die interkulturelle Zusammenarbeit – führten mich in die Personalentwicklung. Ich habe ein paar Jahre in verschiedenen Firmen in diesem Beruf gearbeitet. Zuletzt war ich drei Jahre lang an der Universität Bonn an einem wissenschaftlichen Forschungsinstitut im interkulturellen Projektmanagement. Dort habe ich ein kleines Team von Nachwuchswissenschaftlern geleitet. Ich hatte unterschiedliche Stationen, aber Personalentwicklung und Veränderungsprozesse waren immer meine Themen. Das hilft mir auch jetzt als Coachin: Menschen, die sich neu bewerben wollen, sind in einer Veränderungsphase. Sie positionieren sich neu und schauen, was sie eigentlich wollen. Dabei zu helfen, macht unglaublich Spaß. Besonders in diesem interkulturellen Kontext.

Sie haben außerdem einige Weiterbildungen gemacht. Welche genau?

Bei der GIZ habe ich eine Weiterbildung zur Online-Marketing-Managerin gemacht. Dann habe ich eine „Train the Trainer“-Weiterbildung gemacht. Da ging es darum: Wie kann man E-Learning in Projekten verankern? In diesem Jahr habe ich zusätzlich eine Trainer- und E-Trainer-Ausbildung gemacht. Aktuell mache ich eine Weiterbildung zur systemischen Organisationsentwicklerin.

Was ist eine systemische Organisationsentwicklerin?

Systemische Organisationsentwicklung beinhaltet, dass man nicht vom Individuum ausgeht. Man versucht, die Organisation als System zu begreifen. Das klingt jetzt ein bisschen abstrakt. Bei Projekten, in denen es nicht richtig rundläuft, hört man häufig: „Der Projektleiter hat das nicht richtig im Griff.“ Der Lösungsansatz daraufhin ist, den Leiter zu schulen. Aus der systemischen Sicht sähe die Herangehensweise anders aus. Man fragt: Welche Abläufe gibt es innerhalb der Organisation, die den Projektleiter hemmen könnten? Da geht es viel um Team-Prozesse und Führungskultur. Solche Probleme lernt man in der Weiterbildung kennen und erarbeitet dazu Lösungsansätze.

Was bedeutet für Sie "Medienkompetenz"?

Das habe ich mich im Vorfeld auch gefragt. Für mich bedeutet das, Medien sicher und verantwortungsbewusst verwenden zu können. Und sich auch bewusst zu entscheiden, welche Kanäle man für sich nutzt. In allererster Linie ist das für mich eine praktische Komponente. Solche Erfahrungen sammelt man durch Nutzung.

Wie kann ich meine Medienkompetenz verbessern?

Ich schaue mit den Teilnehmenden besonders auf Social Media im beruflichen Kontext. Meine Herangehensweise ist, dass man die Kompetenz verbessert, indem man es einfach ausprobiert. Auch danach kann man noch entscheiden, ob man weiterhin dabeibleiben will. Das ist nämlich ganz entscheidend für den Erfolg. Wenn man einen Kanal bespielt, muss das auch regelmäßig sein.

Welche (Sozialen) Medien sind momentan für den Arbeitsmarkt besonders wichtig?

Die wichtigsten Plattformen für den beruflichen Kontext sind Xing und LinkedIn. Ich denke, auch Twitter ist wichtig, was in Deutschland bislang noch unterschätzt wird. Deswegen beschränke ich mich in den Workshops auf diese drei Kanäle. Ich sage auch den Teilnehmenden, dass sie sich lieber fokussieren sollen. Man muss aufpassen, dass man sich nicht zu viel aufhalst. Ein Kanal verliert seinen Sinn, wenn dort nichts mehr gepostet wird. Früher hat man gesagt, dass Xing für Deutschland, Österreich und die Schweiz ist. International sollte man auf LinkedIn präsent sein. Aber das hat sich geändert. Ich kenne auch viele, die nur noch zu LinkedIn gehen.

Welche Tipps geben Sie den Teilnehmenden bei BeuthBonus+ mit? Was ist Ihr wichtigster Ratschlag?

Man sollte sich Gedanken machen bevor man sein Profil ausfüllt: Was will ich konkret hier erreichen? Was ist mein Ziel? Wofür und wie präsentiere ich mich auf Social Media? Das sollte man für sich sammeln und aufschreiben. Das ist auch wichtig dafür, welche Inhalte man später teilen will. Die abstrakte Vorarbeit ist wichtig, um das erfolgreich zu bespielen. Die Wahl des Kanals und der Zielgruppe ist dabei entscheidend. Will ich etwas Privates posten, passt das nicht in berufliche Netzwerke. Die Beiträge, Likes, Kommentare – das trägt alles zu meiner Positionierung bei. Wenn ich kein Ziel habe, wirkt das unscharf. Dann bringt mir meine Präsenz auf Social Media nichts. Social Media spielt in der modernen Kommunikation eine wichtige Rolle. Man sollte als Bewerber*in vertreten sein, damit man sichtbar ist.

Wie sieht das Medienkompetenztraining bei BeuthBonus+ konkret aus?

Es gibt Gruppencoachings mit Übungen, bei denen man das gerade Gehörte anwenden kann. In den Einzelcoachings kann es auch um konkrete Themen gehen – z.B. wie fülle ich mein Profil am besten aus? Da überlegen wir dann gemeinsam, was am besten passt. Grundsätzlich verlangt der Aufbau von Medienkompetenz viel Eigenleistung. Auch zwischen den Sitzungen. Man muss sich die verschiedenen Anbieter anschauen. Das ist zeitintensiv. Deswegen rege ich auch dazu an, sich zwischendurch damit zu beschäftigen. Und anschließend mit konkreten Fragen auf mich zuzukommen.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg beim Medienkompetenzcoaching, Frau Entner!

Copyright: Maja Entner

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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