Nicht den Mut verlieren: Wie BeuthBonus+ Alumnus Ivan Bobeiko bei der Berufsorientierung geholfen hat

erstellt von Karina Savio | |   Erfolgsgeschichte

Ivan Bobeiko kommt aus der Ukraine und hat einen Abschluss in Chemie. Um in Deutschland bessere Chancen zu haben, möchte er noch ein Studium absolvieren. Er berichtet über seine beruflichen Ziele und wie er seine Fähigkeiten durch BeuthBonus+ weiterentwickelt hat.

 

Warum sind Sie nach Deutschland gekommen und wie lange leben Sie hier?
Ich habe drei Jahre lang in Deutschland gelebt und kam wegen meiner Ehe her. Nach meiner Scheidung musste ich das Land wegen eines behördlichen Beschlusses verlassen. Ich befinde mich seit ein paar Wochen in der Ukraine.


Können Sie uns ein bisschen über Ihren beruflichen Hintergrund erzählen? Was sind Ihre beruflichen Ziele?

In der Ukraine habe ich ein Fernstudium als Chemielehrer absolviert. BeuthBonus+ hat mich bestärkt, dass ich mich in diesem Bereich weiterentwickeln möchte. Die drei Jahre, die ich in Deutschland verbracht habe, waren für mich ereignisreich und wegweisend. Ich habe mich in kurzer Zeit in die Gesellschaft integriert und sprachlich ein C1-Niveau erreicht. Auch die Arbeitserfahrungen, die Teilnahme am Klimaprojekt, die ehrenamtliche Tätigkeit im ukrainischen Verein, wo ich mich für die Integration meiner Landsleute einsetzte, und natürlich das BeuthBonus+ Programm sind mir zugutegekommen. Deutschland ist mir sehr vertraut geworden. Auch deshalb möchte ich hier Lehrer werden. Dafür benötige ich noch ein Studium der Fächer Deutsch und Politik.


Haben Sie dieses Studium schon absolviert?

Leider nicht. Es gab viele behördliche Gründe, die mich daran gehindert haben. Aber ich plane, in Zukunft zurückzukommen und zu studieren.


Warum haben Sie sich dazu entschieden, an BeuthBonus+ teilzunehmen?

Das Programm wurde mir von einer Mitschülerin empfohlen. Sie hat mir erklärt, dass BeuthBonus+ Zugewanderte mit akademischem Abschluss beim Job-Einstieg unterstützt. Da ich Vollzeit in einer Bäckerei gearbeitet habe, konnte ich zuerst nicht daran teilnehmen. Als die Corona-Pandemie begann, bin ich in die Kurzarbeit geschickt worden. Dann habe ich mich entschieden, beim Programm mitzumachen, um meine beruflichen Chancen zu verbessern.


Wie hat Ihnen BeuthBonus+ bei der beruflichen Orientierung geholfen?

Für mich war das persönliche Coaching mit Herrn Klußmann am wichtigsten. Dadurch habe ich gelernt, besser auf meine Stärken und Schwächen zu achten. Er hat mir viele wichtige Sachen beigebracht: Wie man sich beim Vorstellungsgespräch verhält, wie man Lebenslauf und Anschreiben am besten gestaltet. Und die Besonderheiten des deutschen Arbeitsmarktes – die größten Hürden daran waren für mich die Sprachbarriere und die behördlichen Abläufe. Auch die Deutschkurse von Nicole Marten und Miriam Zouyène waren sehr hilfreich.


Würden Sie das Programm weiterempfehlen? Wenn ja, warum?

Ich habe das Programm schon weiterempfohlen. BeuthBonus+ ist sehr hilfreich, wenn man verstehen will, wie der Arbeitsmarkt in Deutschland funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt. Die Dozent*innen und die Mitarbeiter*innen von BeuthBonus+ zeigen, wie man seinen Beruf hierzulande ausüben kann. Zugewanderte brauchen besonders am Anfang ihres beruflichen Werdegangs in Deutschland solche Projekte, die sie umfangreich unterstützen.
Gleichzeitig kann man etwas zurückgeben, indem man sich viel Mühe bei der Arbeitssuche gibt. Jeder will einen guten Job bekommen, aber manchmal reichen Kenntnisse allein nicht aus, Bekanntschaften können helfen. Ich habe nach wie vor Kontakt zu anderen Teilnehmenden, die ich bei BeuthBonus+ kennengelernt habe. Wir unterstützen uns gegenseitig.


Haben Sie Tipps für Migrant*innen, die jetzt auf der Jobsuche sind?
Durch Corona leben wir in einer schwierigen Situation. Man sollte sich nicht davon entmutigen lassen und weitermachen. Man kann auch, wenn der jetzige Beruf nicht so gefragt ist, einen anderen Weg ausprobieren und flexibel sein. Zudem sind neue Kontakte, Bekanntschaften und Freundschaften sehr hilfreich. Und das Wichtigste: Man sollte sich allen Widrigkeiten zum Trotz weiterentwickeln. Egal was kommt!

Copyright: Steffen Kauffmann

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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