Nicht stillstehen: Alumnus Siwar Hagyahia erzählt, wie er Chancen erkannt und ergriffen hat

erstellt von Karina Cornacioni Savio | |   Erfolgsgeschichte

Siwar Hagyahia ist Medienwissenschaftler aus Syrien. Um in Deutschland einen passenden Job zu finden, nahm er 2019 an unserer Teilzeit-Qualifizierung teil. Im Interview erzählt er, welche Kompetenzen er bei BeuthBonus+ erworben und weiterentwickelt hat. Und er berichtet, warum es aus seiner Erfahrung wichtig ist, immer am Ball zu bleiben!

Herr Hagyahia, erzählen Sie uns doch kurz etwas zu sich: Wie ist Ihre heutige berufliche Situation?

Ich habe Medienwissenschaft in Damaskus studiert. Mein Abschluss ist in Deutschland jetzt seit 2015 anerkannt und ich arbeite momentan in der Landesbibliothek Berlin. Hier bin ich seit vier Monaten in der Magazinabteilung angestellt. Ich habe zurzeit einen befristeten Vertrag, aber die Chancen sind auf jeden Fall gut, dass ich einen unbefristeten Vertrag bekomme. Das würde mich freuen! Ich fühle mich bei meiner derzeitigen Arbeitsstelle sehr wohl.

Sie haben 2019 an BeuthBonus+ teilgenommen. Was waren Ihre Gründe für die Teilnahme?

Ich hatte damals gerade mein C1 Deutsch-Niveau erreicht und abends einen Teilzeit-Job. So hatte ich tagsüber viel Zeit. Über einen Bekannten habe ich von BeuthBonus+ gehört und dachte, dies sei eine gute Möglichkeit, meine Kompetenzen zu erweitern und später einen hochqualifizierten Job zu finden.

Was waren die wichtigsten Kompetenzen, die Sie bei BeuthBonus+ erworben und weiterentwickelt haben? Haben sie Ihnen bei der Jobsuche geholfen?

Ja, alles was ich bei BeuthBonus+ gelernt habe, hat mir weitergeholfen. Dazu zählt vor allem das Jobcoaching mit Torben Klußmann, da er so viele gute Methoden bereitstellt. Hinzu kommen der Workshop Zeitmanagement und das Medienkompetenz-Coaching. Bevor ich das Programm anfing, habe ich den Medienkompetenzen nicht sehr viel Aufmerksamkeit für die Jobsuche geschenkt. Später habe ich gemerkt, dass diese sehr wichtig sind und mich mehr darauf konzentriert. Ich habe erfahren, wie ich mich auf Online-Portalen wie LinkedIn und Xing gut präsentieren kann. Und wie man ein Netzwerk aufbaut und Kontakte knüpft, die bei der Jobsuche hilfreich sein könnten. Natürlich spielt die Rhetorik auch eine große Rolle und das hat mir beim Vorstellungsgespräch sehr geholfen. Ich wurde dadurch selbstbewusster und habe mein Ausdrucksvermögen verbessert. Das hat meine Chancen erhöht.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie nach dem BeuthBonus+ Programm eine Arbeitsstelle oder einen Praktikumsplatz gefunden haben?

Das hat nicht so lange gedauert. Ich war immer fleißig und habe viel gesucht. Kurz nachdem ich mit dem BeuthBonus+ Programm fertig war, habe ich einen Einstiegs-Workshop bei VW in Wolfsburg gemacht. Durch den Workshop habe ich dort einen Praktikumsplatz gefunden. Mein Praktikum hat insgesamt neun Monate gedauert. In der Zeit habe ich viel über Kommunikation und Eventmanagement gelernt.

Wie ist es im Kommunikationsbereich zu arbeiten ohne deutscher Muttersprachler zu sein? Was sind die besonderen Herausforderungen?

Das war natürlich nicht einfach. In den ersten Wochen habe ich fast gar nichts verstanden, aber mit der Zeit ist es besser geworden. Ich war bei VW in einem großen Team für interne Kommunikation und Eventmanagement und wurde im Bereich Eventmanagement eingesetzt. Vor dem Corona-Virus haben wir viele Events für den Konzern organisiert. Das war eine sehr gute Erfahrung.

Haben Sie Tipps für Migrant*innen, die auf der Jobsuche sind?

Man sollte darauf vorbereitet sein, dass die Jobsuche wirklich sehr frustrierend sein kann. Als Migrant*innen liegen uns einfach noch viel mehr Steine im Weg als deutschen Staatsangehörigen. Erst mal ist die Sprache immer sehr wichtig. Man muss die freie Zeit, in der man einen Job sucht, nutzen und fleißig sein. Ich habe viele Jobmessen und Workshops besucht. Ich glaube auch, wenn man immer arbeitet, hilft das. Der Traumjob kommt nicht von alleine, wenn man zu Hause sitzt und wartet. Deswegen habe ich vor dem Studium erst mal viel gearbeitet. Ich war zum Beispiel bei DHL, Amazon oder als Verkäufer im Einzelhandel. Wenn man viel macht, hat man eine bessere Vorstellung, was man in der Zukunft arbeiten möchte, denke ich. Diese verschiedenen Erfahrungen haben mir ein Gefühl dafür gegeben, welcher Job wirklich zu mir passt.


Vielen Dank, Herr Hagyahia, für das tolle Interview! Wir wünschen Ihnen auf Ihrem Berufsweg alles Gute und viel Erfolg!

Foto: © Tony Haupt / BeuthBonus+

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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