Job gesucht und gefunden! Alumna Ingrid Schwember über ihr Bewerbungsverfahren während Corona

erstellt von Luisa Jabs | |   Erfolgsgeschichte

Ingrid Schwember absolvierte ihren Bachelor in Chile und schloss dann ihren MSc in Wasserressourcen und Umweltmanagement in Hannover ab. Sie nahm im Frühjahr 2020 an BeuthBonus+ teil. Nun hat sie einen neuen Job gefunden. Sie berichtet, wie ihr das erlernte Wissen aus der Teilzeit-Qualifizierung jetzt im Arbeitsalltag hilft:

 

Warum haben Sie sich dazu entschieden, an BeuthBonus+ teilzunehmen?

Ich war auf der Suche nach einem Job. Außerdem wollte ich mein Deutsch anwenden. Die Chance, das zu tun und gleichzeitig die deutsche Arbeitswelt kennenzulernen, war besonders reizvoll. An einem Kurs an der Hochschule teilzunehmen, verbessert den eigenen Lebenslauf. Und zusätzlich erweitert es den persönlichen Horizont.

Welche der erlernten Fähigkeiten aus den BeuthBonus+-Modulen helfen Ihnen jetzt im Beruf?

Ich habe davor nur wenig Deutsch im Alltag verwendet. Durch das Programm bin ich sicherer geworden. Im Modul Zeit- und Selbstmanagement habe ich viele Tipps bekommen, wie ich eine Balance zwischen Arbeit und Privatleben finden kann. In meinem neuen Job arbeite ich normalerweise von zuhause aus, nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie. Aus dem Modul habe ich beispielsweise die Pomodoro-Technik übernommen. Also arbeite ich immer 25 Minuten und dann mache ich fünf Minuten Pause. Außerdem nutze ich To-Do-Listen und führe ein Tätigkeitsprotokoll. Das hilft mir dabei, meine Aufgaben zu sortieren und priorisieren. Ich bin eben immer zuhause. Wenn ich da alles durcheinander machen würde, würde ein komplettes Chaos entstehen. 

Herzlichen Glückwunsch zum neuen Job! Wie lief die Bewerbung ab und wie haben Sie sich auf das Verfahren vorbereitet?

Die Bewerbung an sich hat sich nicht wesentlich verändert. Dafür aber der Auswahlprozess: In meiner Firma bekommt man normalerweise eine Einladung zum Bewerbungsgespräch in Belgien. Dort spricht man bei einem Treffen mit mehreren Leuten. Wegen der Corona-Pandemie fand nun aber alles online statt. Insgesamt hatte ich fünf Interviews – online oder per Telefon. Ich habe vorab viele Fragen und Antworten vorbereitet. Außerdem habe ich Online-Simulationen mit Freunden durchgeführt, die mir dann ihr Feedback gegeben haben. 

Wie hat das Programm BeuthBonus+ Ihnen bei der Jobsuche und der Bewerbung geholfen?

Bei Jobsuche und Bewerbung hat mir das Modul Medienkompetenz geholfen. Dadurch konnte ich meine LinkedIn- und Xing-Profile verbessern. Die Ratschläge zu den kleinen Dingen haben mir viel gebracht. Das hatte mit Sicherheit Einfluss auf meine Bewerbung. Herr Klußmann gab mir zusätzlich Tipps und half mir mit dem Arbeitsvertrag. Von ihm lernte ich, meine Fähigkeiten bei der Arbeitssuche hervorzuheben und mich professionell zu präsentieren. Außerdem habe ich an einem Fachmodul Integrated Business Plan Development aus dem MBA Renewable Energy des Fernstudieninstituts teilgenommen. Die Möglichkeit, durch einen zusätzlichen Kurs das Fachwissen zu erweitern, ist unglaublich gut, wenn man einen Job sucht.

Sie müssen nun eine Blue Card beantragen. Wie läuft das Verfahren dafür ab?

Ich habe einen Termin angefragt, aber noch keine Bestätigung. Zurzeit habe ich noch eine Fiktionsbescheinigung. Es gibt momentan beim Landesamt für Einwanderung nur wenige freie Termine. Aufgrund der Pandemie war dort für eine Weile alles geschlossen. Ich habe meine Dokumente – alle Unterlagen und meinen Arbeitsvertrag – eingeschickt und jetzt muss ich warten.


Haben Sie Tipps für zugewanderte Akademiker*innen für die Jobsuche in der Corona-Zeit?

Am wichtigsten ist es, sein Deutsch ohne Angst anzuwenden. Und auch nach Jobs auf Deutsch zu suchen. Generell sind Arbeitgeber verständnisvoll, dass unser Deutsch nicht das Niveau von Muttersprachler*innen hat. Man sollte sich auch nicht davon abschrecken lassen, wenn man auf eine Bewerbung keine Antwort bekommt. Und ich kann BeuthBonus+ wirklich allen weiterempfehlen. Ich finde, dass das eine super Möglichkeit ist, um Leute kennenzulernen, das Deutsch zu verbessern oder auch Tipps und Unterstützung zu bekommen.


Herzlichen Dank, Frau Schwember, für das tolle Interview. Viel Erfolg im neuen Job!

Foto: © Ingrid Schwember privat

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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