Gute Feedbackkultur am Arbeitsplatz: Hilfreiche Tipps von der Schreibtrainerin Nora Peters

erstellt von Nana Nkrumah | |   Expert*innen-Interview

Feedback geben und annehmen gehört zu den wichtigsten Soft Skills im Beruf. Wer die Kommunikationsregeln beherrscht, kann Probleme vermeiden. Was genau macht eine gute Feedbackkultur im deutschen Joballtag aus? Wir haben die freiberufliche Schreibtrainerin Nora Peters gefragt. Sie leitet bei BeuthBonus+ den Workshop „Erfolgreich Texte schreiben im Beruf.“ Im Interview erklärt sie, worauf es beim Feedback ankommt…

Was gehört zu einer guten Feedbackkultur am Arbeitsplatz?

Zuhören und aufmerksam mit seinen Kolleg*innen umzugehen, gehört für mich zu einer guten Feedbackkultur. Um sich gegenseitig Feedback geben zu können, sollte man zuerst lernen gut zuzuhören. Dabei ist es Voraussetzung, sich auf die anderen einzulassen und den anderen zu verstehen. Beim Feedbackgeben finde ich es wichtig, dass die Botschaften sachlich bleiben. Gerade am Arbeitsplatz sollte ein Feedback nicht persönlich werden. Es sollten daher auch besser Ich-Botschaften gesendet werden. Aber auch als Empfänger*in eines Feedbacks muss ich lernen, mir das Feedback anzuhören und in Ruhe darüber nachzudenken. Es ist wichtig, die Äußerung erst einmal zu reflektieren und nicht immer sofort darauf zu reagieren.

Wo können interkulturelle Missverständnisse bei der Feedbackkultur auftreten?

Viele Missverständnisse entstehen im Feedback aufgrund der unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründe. In Deutschland kommt es zum Beispiel häufiger vor, dass ein Feedback von Deutschen als sehr direkt und damit zum Teil auch verletzend wahrgenommen wird.

Angenommen ich muss einen wichtigen Arbeitstermin kurzfristig absagen. Wie gehe ich damit um? Oder wenn ich unsicher bin, ob ich den Termin wahrnehmen kann?

Es sollte immer gut überlegt sein, ob der Arbeitstermin wirklich abgesagt werden muss. Die Gründe dafür müssen schon wirklich gut sein. Und wenn ich den Termin absagen muss, dann sollte ich ehrlich sein. Ich sollte mich noch rechtzeitig melden, sodass mein Terminpartner die eigenen Pläne auch noch anpassen kann. Im besten Fall rufe ich an, das geht am schnellsten.

Wenn ich nicht weiß, ob ich einen Termin annehmen kann, dann sollte ich das auch so kommunizieren. Am besten sage ich, warum der Termin unsicher ist und biete einen alternativen Termin an. Ansonsten kann ich auch erstmal schreiben, dass ich den Termin gern wahrnehmen möchte, aber zuerst ein paar Dinge regeln muss, bevor ich sicher zusagen kann.

Bei Terminen gilt, möglichst schauen, dass man sie einhält. Und wenn es wirklich nicht geht, ehrlich sein und gerade heraus - nicht einfach fragen, ob das okay ist, sondern sich entschuldigen und die Gründe für die Absage nennen.

Warum ist Feedback wichtig für Arbeitnehmer*innen sowie Arbeitgebende?

Durch Feedback kann ich dazu lernen und mehr über meine Arbeit sowie meine Arbeitsweise erfahren. Außerdem ist es eine Hilfe, mich selbst besser kennenzulernen und zu reflektieren.

Was ist bei der Feedbackkultur sonst noch zu beachten?

Wir Menschen nehmen eine negative Kritik drei bis fünf Mal stärker wahr als eine positive Äußerung. Daher gilt nicht immer der Grundsatz, ich starte mit dem Positiven und komme dann zu den negativen Punkten. So bleibt die negative Kritik viel mehr hängen. Ich sollte versuchen, einen 3 zu 1 Ausgleich zu finden, wenn es geht. Also dreimal so viel Positives wie Negatives äußern. Das fällt schwer, aber sollte versucht werden, denn so motiviere ich mein Gegenüber auch gleich.

Herzlichen Dank für das Interview und die vielen hilfreichen Tipps!

 

 

© Nora Peters privat

Das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" wird durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert

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