COMBOO - Sandwichkernlagen aus Bambus

COMBOO ist ein innovativer Ansatz für Kernlagen von Sandwichaufbauten mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten, der von der Arbeitsgruppe LF Applied Research entwickelt wurde. COMBOO besteht aus nachwachsenden Rohstoffen, den Bambusringen. Der Name leitet sich ab aus den englischen Wortteilen "COMB" von "honeycomb" also Honigwabe und "BOO" von "bamboo" - Bambus und bezieht sich auf die Anordnung von Bambusringen in einem Wabenmuster.

Wabenmuster aus Bambusringen

Nach der Ergänzung mit faserverstärkten Decklagen erhält man stabile und leichte Sandwichverbunde mit guten technischen Eigenschaften. Werden Glasfasern als Verstärkung verwendet zeigt sich noch eine weitere sehr interessante Eigenschaft der neuartigen Anordnung, eine hohe Transparenz, die das Anwendungsspektrum enorm erweitert. Neben Plattenanordnungen lassen sich auch gekrümmte Flächen leicht herstellen.

(l) gekrümmte COMBOO Anordnung (r) Detailaufnahme Plattenrand
Wandelement aus Bambusringen (Ausschnitt)

Konventionelle Kernlagen von Sandwichanordnungen bestehen zumeist aus petrochemisch hergestellten Materialien wie PE, PET oder PU die geschäumt oder extrudiert vorliegen oder Metallschäumen aus Aluminium, Magnesium aber auch Nickel und Stahl. Diese erfordern einen hohen Energiebedarf in der Herstellung oder große Mengen Erdöl und erlauben nur teilweise eine nachträgliche Anpassung an Freiformflächen. Weiterhin finden sich auch natürliche und nachwachsende Materialien in Form von Wabenstrukturen aus Pappe und Papier sowie Plattenmaterialien aus Balsaholz, die andere Limitierungen aufweisen.

Versuchsproben von Sandwichplatten verschiedener Kernmateralien

Als Decklagen der Sandwichanordnungen sind Glasfasermatten getränkt in Poyester- oder Epoxidharze Stand der Technik. Auch hier gibt es Ansätze auf nachwachsende Rohstoffe zu setzen. Hanf und Flachs in Europa, Sisal, Kokos und Jute in anderen Regionen der Welt sind gute Versuche die schlecht recyclebaren Glasfasern zu substituieren.

Mittlerweile sind auch Harze mit teilweise natürlichen Anteilen am Markt erhältlich, wie bspw. Produkte der Firma SICOMIN (I) (vertrieben in Dtl. über TIME OUT COMPOSITES (II)) die bis zu 56 % Leinölanteil aufweisen. Das sich aus dieser Kombintion, d.h. Harz aus mit Leinölanteil und Leinengewebe als Faser, auch Hightech Produkte für hohe Belastungen herstellen lassen zeigt sich bspw. im Bootsbau mit der "Green Bente" (III).

Links

(I) Sicomin: www.sicomin.com/en

(II) Time out Composite: www.timeout.de/

(III) Green Bente: www.bente24.com/wp