Simulation Wäschepflege

Das Waschen der Haushaltswäsche hat in deutschen Haushalten einen erheblichen Anteil am Ressourcenverbrauch von Energie und Wasser. Pro Person werden in Deutschland durchschnittlich ca. 4 kg Wäsche pro Woche gewaschen. Beim Waschen werden jährlich insgesamt über 600.000 Tonnen Waschmittel, circa 6 Milliarden Kilowattstunden Strom und etwa 330 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht.

Darüber hinaus stellt die richtige Wäschepflege der rund 20 Millionen Tonnen Textilien mit einem Wert von vielen Milliarden Euro, die sich in deutschen Haushalten befinden, einen der ältesten Recyclingprozesse der Kulturgeschichte dar, indem sie den Wert der Textilien über eine lange Zeit erhält.

Das beantragte Projekt setzt sich zum Ziel, den o. g. Ressourcenverbrauch zu minimieren und bearbeitet damit das Bedarfsfeld Klima/Energie für eine C02-neutrale, energieeffiziente und klimaangepasste Stadt.

Während die Entwicklung von Waschmaschinen in der Vergangenheit im Wesentlichen durch Versuche gestützt war, bietet sich in dem beantragten Projekt ein neuer Ansatz, Vorhersagen der Waschperformance auf der Basis von validierten Ergebnissen von Simulationsrechnungen der Wäschebewegung zu erstellen. Die Kopplung von Waschmechanik und Waschperformance über statistische Methoden (Design of Experiments) - d. h. das Erzeugen eines belastbaren mathematische Modells zur Vorhersage des Waschergebnisses - gibt dem Entwickler von Haushaltsgeräten ein wichtiges und einmaliges Werkzeug an die Hand, das schnellere und verlässlichere Entwicklungszyklen erwarten lässt.

Ziel der Kooperationsprojekte ist die Erforschung des Waschprozesses aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Der Waschprozess ist ein beliebig komplexer und teilweise stochastischer Prozess. Um diesen Prozess in seiner Gänze verstehen zu können, untersuchen wir die Einflussfaktoren und deren Wechselbeziehungen. 

Als Motivationsgrundlage dient der Sinner'sche Waschkreis. Demnach wird die Waschperformance maßgeblich durch die Faktoren Mechanik, Chemie, Temperatur und Zeit bestimmt. Das Wasser dient dabei als Übertragungsmedium. 
Über die Kombination aus theoretischem Wissen, empirischen Erkenntnissen, Ergebnissen aus Realversuchen und Schlussfolgerungen aus Simulationsmodellen optimieren wir den Waschprozess über den derzeitigen Stand der Technik hinaus.
http://bsh1.fsd.tu-berlin.de/OptWaTro/main.php

 

Projektleitung

Prof. Dr.-Ing. Joachim Villwock

Projektpartner

  • HTW Berlin
  • TU Berlin

Mittelgeber

Kooperation mit der BSH Hausgeräte GmbH

Laufzeit

Kooperation seit 2011

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Joachim Villwock

villwock [@] beuth-hochschule.de