Exoskelette nach dem Prinzip elastischer Insektenlokomotion (EPI)

Mechanische Unterstützungssysteme für den Menschen werden die Gesellschaft im demographischen Wandel revolutionieren. Zunehmend drängen dabei Systeme auf den Markt, die nicht nur das technische System selbst im Fokus der Entwicklung sehen, sondern im Selbstverständnis auch die Ergonomie und Benutzbarkeit für den Nutzer berücksichtigen. Je besser sich das Unterstützungssystem an den Nutzer anpasst, ihn nicht einschränkt, sondern führt und unterstützt, desto größer ist die Akzeptanz, derartige Produkte einzusetzen. Bionische Systeme nutzen die Ergebnisse der biologischen Evolution und bilden die optimierten Wirkprinzipien der Natur in technischen Systemen ab.

Im Projekt EPI wird anhand der Methode Bionik der Mechanismus des Heuschreckensprungs untersucht, auf das zugrundeliegende Wirkprinzip extrahiert, in die Technik übertragen und auf ein Unterstützungssystem in Form eines Exoskelettes für den menschlichen Gehaparat angepasst.

Der interdisziplinäre Charakter des Projektes wird durch die verschiedenen Themenbereiche der Projektpartner ideal abgebildet. Das Ziel des Projekts ist es, den Katapultstart der Heuschreckenhinterbeine strukturell und funktional zu entschlüsseln und ihn so über die Zeit zu strecken, dass der energiegeladene Sprungmechanismus in einen energieärmeren Bewegungszyklus für Exoskelette übertragen werden kann. Hierbei kommt es darauf an, die Art und Weise der Energieeinkopplung so menschenähnlich zu gestalten, dass der Bewegungsradius nicht eingeschränkt, das Nutzererlebnis groß, die Ergonomie hoch und letztendlich die Sicherheit für den Träger gegeben ist.

Ist der Heuschreckensprung entschlüsselt, wird ein mechanisches Ersatzmodell erstellt, im CAD konstruiert, numerisch unter dynamischen Belastungen simuliert und im 3D-Druck hergestellt. Parallel dazu werden die dynamischen Modelle der Sensor-Aktor-Kopplung und geeignete Regelungskonzepte in einem Programmsimulationssystem entwickelt, getestet und auf die Steuerungs-Hardware des Unterstützungssystems übertragen. Feldtests beim Anwendungspartner und Analysen zur Arbeitssicherheit runden das Projekt ab.

 

Projektleitung

Prof. Dr.-Ing. Ivo W. Boblan

Projektpartner

  • Prof. Dr. Astrid Haibel (FB II)
  • Prof. Dr.-Ing. Sebastian Götz, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW)
  • Carl Stahl Hebetechnik GmbH
  • Berliner Stadtreinigung, Anstalt d.ö.R.
  • Institut für Arbeitsschutz, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (kurz: die DGUV)
  • Xploraytion GmbH

Mittelgeber

Institut für angewandte Forschung Berlin (IFAF), Förderlinie 1+ 4

Laufzeit

1.04.2019-30.09.2021

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Ivo W. Boblan

Ivo.Boblan [@] beuth-hochschule.de