im Rahmen der DeLFI/GMW Konferenz 2019 in Berlin/Adlershof (Workshoptag: Montag, 16.09.2019)

durchgeführt mit Unterstützung des Erasmus+ Projektes OpenVirtualMobility.eu als Multiplier Event zur Vorstellung und Diskussion des Semantic Competency Directories und seiner Nutzung.

 

Call for Papers / Aufruf zur Einreichung von Beiträgen

Logo Gesellschaft für Informatik (Konferenzausrichter: Fachgruppe E-Learning)
Fachgruppe Bildungstechnologien der gi - Ausrichter der DELFI 2019
OpenVirtualMobility.eu Output 3 Multiplier Event 3

Termine

  • NEU 01.07.  (verlängert) Einreichungsfrist Ihrer Beiträge (max. 6-8 Seiten) per E-Mail an jkonert[at]beuth-hochschule de
  • 17.07. Rückmeldung an Einreichende über Annahme/Ablehnung
  • 25.07. Einreichungsfrist für die Camera Ready Version (max. 6-8 Seiten) der akzeptierten Beiträge für den Workshop-Proceedingsband (CEUR). 
    Zusätzlich bitte Ausdrucken und Unterzeichnen: CEUR-Proceedings-Copyrightformular (PDF folgt)

  • 04.09. Rückmeldung an die Teilnehmenden zum detaillierten Ablauf

Beitragsformen, Einreichung und Veröffentlichung

Für den Workshop können Beiträge im LNI-Format für Word-DOCX als Full Paper (6-8 Seiten, dt/en) eingereicht werden. Bitte ausschließlich das MS Word DOCX Template verwenden. Sollte Ihr Beitrag auf Deutsch verfasst sein, kopieren Sie die Seite 1 und legen als erste Seite zusätzlich eine Überschrift und einen Abstract auf Englisch an. Beispiele sind unseren Workshop-Proceedings aus 2018 zu entnehmen.

Diese sollen aktuelle Forschung, in der Regel Work-In-Progress, beinhalten oder Praxisbeiträge (Case Studies) mit Evaluation zum Themenfeld Modellierung und Nutzung digitaler Kompetenz- und Qualifikationsnachweise.

Die Beiträge werden durch das Programmkomitee des Workshops begutachtet. Es sollen 6 Beiträge angenommen werden. Veröffentlichung aller angenommenen Beiträge ist geplant als CEUR Workshopband zusammen mit den anderen Workshops der DELFI.

Die Nutzung digitaler Technologien im Bildungssystem und dessen Verwaltungs­einrichtungen fördert eine höhere Durchlässigkeit und eine bessere Transparenz bei der Bescheinigung von erworbenen Kompetenzen und/oder Qualifikationen.

Immer mehr Lernszenarien werden digital realisiert und außerhalb formaler Bildung durchgeführt. Gleichzeitig etablieren sich in formalen Bildungssettings zunehmend Blended Learning-Formate und auch reine Online-Lernangebote. Angesichts dieser Entwicklung ist es für Institutionen, Lehrende und Lernende ein großer Nachteil, wenn Kompetenz-/ Qualifikationsnachweise weiterhin ausschließlich als papierbasiertes oder elektronisches Dokument (z. B. Scan oder PDF) ausgestellt werden. Gleichermaßen stellen papier­basierte und/oder elektronische Nachweise eine Herausforderung für die maschinelle Verarbeitung dar, da sie keinen Anschluss an das Semantic Web erlauben und somit auch Fortschritte in der Digitalisierung der Hochschule (Lehre, Verwaltung) bremsen. Bei klassischen Nachweisen sind manuelle Schritte der Interpretation notwendig um festzustellen, inwieweit jemand die Kompetenz-/Qualifikations­anforderungen für ein anschließendes Modul, einen Kurs oder einen Arbeitsplatz erfüllt. Aufgrund wachsender Diversität der Lernenden und der Arbeitswelt reichen simple Zeugnisse nicht mehr aus.

Wesentliche wissenschaftliche Herausforderungen bei der Modellierung der semantischen Kompetenzdefinitionen sind

  • Entwicklung von dezentral erweiterbaren, anwendungsnahen Schemata zur Beschreibung von Kompetenzen
  • Granularität der Modellierung
  • Nutzung von Semantic Web Technologien zur kompetenzrahmenwerks­übergreifenden Vernetzung und Ähnlichkeitsbestimmung von Kompetenzen
  • Berücksichtigung der Anforderungen des Bildungssystems und der Arbeitswelt zur Passung von individuellen Bildungsbiographien, erworbener Kompetenzen und Arbeitsplatzanforderungen
  • Nutzung von Machine Learning zur teilautomatisierten Generierung semantischer Kompetenzmodelle

Teilweise existieren Lösungen, bspw. für die semantische Modellierung[1] und zur Verbindung von Bildungsabschlüssen und Arbeitsplatzanforderungen[2]. Die kontinu­ierliche Nutzung der existierenden Teillösungen vom Beginn einer Bildungsbiographie über den Einstieg ins Arbeitsleben bis hin zum lebenslangen Lernen ermöglicht individuelle (automatisierte) Empfehlungen für Kompetenzentwicklung und Arbeits­platzvermittlung.

Auch wenn in formalen Bildungssettings klassische Zertifikate und Abschlüsse noch eine Rolle spielen, so nimmt ihre Bedeutung doch zunehmend ab. Gleichzeitig wird informelles und selbstgesteuertes digitales Lernen im Sinne eines Life Long Learnings[3] immer bedeutsamer, gerade im Hinblick auf die berufliche Weiterbildung von digitalen WissensarbeiterInnen, zu denen nicht zuletzt auch Lehrende an Hochschulen und Schulen zählen. Diese informell erworbenen individuellen Kompetenzen werden nicht über klassische Zertifikate nachgewiesen. Eine Alternative ist notwendig und soll auch aufgrund von EU-Empfehlungen[4] zur Validierung informellen Lernens geschaffen werden. Hier bekommen digitale Nachweise eine besondere Bedeutung: Sie ermöglichen eine Validierung und Anerkennung von Lernergebnissen auch aus informellen und digitalen Lernkontexten, was auch Zugangsbarrieren im Sinne der Teilhabe an Bildung senken kann. Mehrere europäische Projekte und Initiativen haben bereits Ansätze entwickelt, zum Beispiel Open Badge Network[5], European Badge Alliance[6], ReOpen[7], Open Virtual Mobility[8].

Der Einsatz von digitalen Kompetenz-/Qualifikationsnachweisen wird auch auf nationalen Ebenen thematisiert, z. B. in der AG Anerkennung und Anrechnung digitaler Lehrformate beim Hochschulforum Digitalisierung. Die Diskussionen und Beispiele auf der nationalen Ebene zeigen jedoch, dass der Einsatz von digitalen Nachweisen bisher nur langsam voranschreitet und noch viel Bedarf an Lösungsentwicklung und Aufklärung zu Einsatzmöglichkeiten besteht.

Digitale Nachweise (engl. Digital Credentials) auf der Basis von offenen, metadaten-basierten Standards wie Open Badges oder Blockcerts zur Bescheinigung von erworbenen Kompetenzen und/oder Qualifikationen sind flexibel genug, um Erfolge aller Formen des Lernens zu validieren und anzuerkennen. Digitale, Metadaten-fähige Nachweisformate können zusätzlich mit semantischen Technologien kombiniert werden, um (teil-) automatisiert Kompetenzen zu erkennen, in Bezug zu setzen und Kompetenz-/Qualifikationsprofile zu vergleichen. Dies über Domänengrenzen hinweg (inkl. sogenannter Softskills) sprachübergreifend zu tun, ist eine Herausforderung, der sich die Informatik, speziell die Fachdisziplinen der Graphentheorie, semantischen Technologien und Machine Learning, annehmen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Forschenden zu digitalen Werkzeugen für Kompetenztests (Assessment) und Didaktikern bringt diese Forschung voran.

 

Zielgruppe und Themen

Es ist das übergeordnete Ziel des Workshops den ganzheitlichen Blick zu ermöglichen und die Bedarfe aus der Praxis mit den Möglichkeiten existierender (Forschungs)-lösungen zusammenzubringen.

Eingeladen sind Forschende und Praktiker der beteiligten Fachdisziplinen zum Thema Modellierung, Beschreibung, Erfassung, Katalogisierung, Verarbeitung und Zertifizierung von Kompetenzen, um die Grenzen und Möglichkeiten interdisziplinär zu beleuchten. Dazu zählen unter anderem Akteure in den folgenden Themenbereichen

  • Digitale Zertifikate (z. B. Public-Key-Zertifikate)
  • Open Badges
  • Blockcerts
  • Semantische Technologien zur Kompetenzmodellierung
  • Kompetenzkataloge, - Frameworks und ihre Querverweise
  • Graphenalgorithmen und Graphendatenbanken
  • Machine Learning/AI zur Bestimmung der Ähnlichkeit von Kompetenzprofilen
  • Matching von Qualifikationsprofilen und Anforderungsprofilen
  • Verfahren zur (semi-)automatischen Kompetenzerfassung bzw. Kompetenz­bewertung
  • Praxiserfahrung aus der Modellierung, Einführung oder Nutzung von digitalen Kompetenzen oder Digitaler Nachweise (digital credentials).

Im Rahmen des Workshops soll eine praktikable Kombination von Technologien präsentiert und erörtert werden, die geeignet sind, traditionelle Kompetenz-/Qualifikationsnachweise zu ergänzen (und langfristig zu ersetzen) mit dem Ziel, den ganzheitlichen Überblick zu schaffen zur (a) Modellierung von Kompetenzen in unterschiedlichsten Anwendungsfeldern, (b) Validierung und Anerkennung informellen und digitalen Lernens , (c) Verbesserung der Durchlässigkeit des Bildungssystems (primär, sekundär, tertiär), sowie (d) Steigerung von Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität.

Besonders wertvoll sind daher Beiträge aus der Praxis, die Lösungen mit semantischen Kompetenzmodellen und digitalen Kompetenz-/Qualifikationsnachweisen erprobt haben. Forschungsbeiträge, welche oben genannte Teilbereiche der Herausforderungen adressieren, sollen die Workshop-Diskussionen abrunden.

Teilziel: Ergebnispräsentation des Kompetenzverzeichnis zu Virtual Mobility

 

Als gundlegender Baustein und Fokus der Diskussion dient die technische Lösung und Erfahrung aus dem Erasmus+ Projekt Open Virtual Mobility, in welchem im Intellectual Output (O3) die Nutzung eines digitalen Kompetenzverzeichnisses zur leichteren Auffindbarkeit und Verbindung von semantischen Kompetenzdefinitionen mit digitalen Zertifikaten (bspw. Open Badges) beinhaltet. Diese ganzheitliche Lösung wird zu Beginn vorgestellt. Der Workshop soll damit als sogenanntes Multiplier Event diese Lösung den Teilnehmenden aus der Community vorstellen und mit den weiteren Workshopbeiträgen in Beziehung setzen zur Erarbeitung des ganzheitlichen Blicks auf praxistaugliche Lösungen.

 

 

Dauer: ca. 8 Stunden (Ganztagesworkshop)

Workshop-Sprache: DEUTSCH (Vorträge in Deutsch oder Englisch nach Wahl der Referenten/innen)

Zuletzt aktualisiert: 04.04.2019

Datum: Mo, 16.09.2018
Zeit: ganztags [genaues wird noch bekanntgegeben]
Ort:(folgt)

Dauer

Agenda

45min

Begrüßung, Ziel des Workshops, Vorstellung der Ergebnisse zum O3 semantischen Kompetenzverzeichnis und der Verbindung mit Open Badges im Erasmus+ Projekt Open Virtual Mobility.

30min

Plenumsaktivität: Für welche Frage(n) würden Sie gerne im Rahmen des Workshops eine Antwort finden?
Format: Sammlung auf Moderationskarten, vorlesen, ggf. Erörterung
Ziel: Während der Fachvorträge kann in der jeweiligen Diskussion auf diese Fragen eingegangen werden

15min

Pause

2h

Fachvorträge der akzeptierten Beiträge
6x 15 Min. + je 5 Min. Diskussion (unter Rückgriff auf die Fragen)

30min

Pause (ggf. länger, falls hier Mittagspause)

60min

Plenumsaktivität: Entwicklung einer Agenda zur Förderung/Weiter­entwicklung der Nutzung semantischer Kompetenzmodelle und digitaler Zertifikate in Bildung und Wirtschaft. Fokus: Technologie, Politik
Leitfragen:
1. Welche Technologien lassen sich passend kombinieren? Was ist noch ungelöst?
2. Welche Bildungssysteme/Teile eignen sich für eine Nutzung? Wo besteht noch Anpassungsbedarf?
3. Welche politischen Gremien/Aktivitäten sind notwendig (Rahmenbedingungen)?

60min

Ergebnispräsentation der Arbeitsgruppen (Zusammenfassung)

10min

Abstimmung zur Gestaltung der 60 Min. offener Zeit im Anschluss

15min

Pause

60min

Offene Zeit, vorgesehen für Fragenklärung/Diskussion oder Kleingruppen im Rahmen des Workshops mit den Teilnehmenden. (Erfahrungsgemäß ergeben sich in Workshops/Sessions stets Brennpunkte der Diskussion, die oft nicht ausreichend aufgegriffen werden können, da nach Beiträgen nur 5min Zeit ist).

20min

Abschlussrunde
Rückgriff auf die Fragen des Anfangs. Was wurde (nicht) beantwortet?
Blitzlicht 30sek reihum zum Workshop-Ergebnis und konkreter eigener nächster Schritte.

Interaktiver Workshop mit Kleingruppen-Dialogen (Lizenz: UCD School of Medicine CC-SA-BY)

Kontakt

Siehe Organisatoren oder hier.