im Rahmen der DeLFI/HDI Konferenz 2018 an der Goethe Universität Frankfurt/Main (Workshoptag: Montag, 10.09.2018)

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Logo Gesellschaft für Informatik (Konferenzausrichter: Fachgruppe E-Learning)

Termine

  • 26.06. Einreichungsfrist der Abstracts (2-3 Seiten) über das conftool der DeLFI 2018
  • NEU: 09.07. Rückmeldung an Einreichende über Annahme/Ablehnung
  • 20.07. Einreichungsfrist für die Camera Ready Version (6-8 Seiten) der akzeptierten Beiträge

Beitragsformen, Einreichung und Veröffentlichung

Für den Workshop können im ersten Schritt Abstracts (2-3 Seiten) und dann im zweiten Schritt Beiträge im LNI-Format als Workshop Full Paper (6-8 Seiten) eingereicht werden.

Diese sollen aktuelle Forschung, in der Regel frühe Work-In-Progress, beinhalten oder Praxisbeiträge (Case Studies) mit Evaluation zum Themenfeld Digitale Kompetenz-/Qualifikationsnachweise.

Die Beiträge werden durch das Programmkomitee des Workshops begutachtet.

Veröffentlichung aller angenommenen Beiträge ist geplant als CEUR Workshopband zusammen mit den anderen Workshops der DeLFI.

Dazu muss Ihr Workshop-Beitrag sowohl einen deutschen Titel und Zusammenfassung als auch einen Englischen Titel und Abstract haben (=2 abstracts).

Workshop-Sprache ist Deutsch und Englisch. Werden rein englischsprachige Beiträge eingereicht, erfolgt die Moderation vor Ort ggf. in Englisch. Remote-Videozuschaltungen sind möglich für alle Autoren/innen, die nicht anreisen können.

Die Autorenrichtlinien finden Sie hier.
Bitte verwenden Sie das LNI Word Template.

Einreichung über das Conftool der DeLFI 2018 unter https://www.conftool.net/delfi-hdi-2018/

Schreiben eines Beitrages: Idee, Notizen, Ausformulieren.

Die Nutzung digitaler Technologien fördert eine höhere Durchlässigkeit des Bildungssystems und eine bessere Transparenz bei der Bescheinigung von erworbenen Kompetenzen und/oder Qualifikationen. Wenn auf der einen Seite mehr und mehr Lernszenarien digital realisiert werden, Blended Learning und auch reine Online Lernangebote etabliert werden, ist es ein großer Nachteil für Institutionen, Lehrende und Lernende, wenn Kompetenz-/ Qualifikationsnachweise weiterhin ausschließlich als papier-basiertes bzw. elektronisches Dokument ausgestellt werden. Papierbasierte und/oder elektronische (z. B. Scan, PDF) Nachweise stellen eine Herausforderung für die maschinelle Verarbeitung dar und erlauben keinen Anschluss an das “semantische Web”. Bei klassischen Nachweisen sind manuelle Schritte der Interpretation notwendig, um festzustellen inwieweit jemand die Kompetenz-/Qualifikations- anforderungen für ein anschließendes Modul, einen Kurs oder einen Arbeitsplatz erfüllt. Aufgrund wachsender Diversität der Lernenden und der Arbeitswelt reichen simple Zeugnisse nicht mehr aus.

Daneben wird informelles, nichtformales und selbstgesteuertes digitales Lernen immer bedeutsamer. Das so individuell Erlernte wird nicht über klassische Zertifikate nachgewiesen. Eine Alternative ist notwendig und soll auch aufgrund von EU-Empfehlungen zur Validierung nichtformalen und informellen Lernens geschaffen werden. Hier bekommen digitale Nachweise eine besondere Bedeutung: Sie ermöglichen Validierung und Anerkennung von Lernergebnissen auch aus nichtformalen, informellen und digitalen Lernkontexten. Mehrere europäische Projekte und Initiativen haben bereits Ansätze entwickelt, z. B. Open Badge Network, European Badge Alliance, ReOpen, Open Virtual Mobility.

Der Einsatz von digitalen Kompetenz-/Qualifikationsnachweisen wird auch auf nationalen Ebenen thematisiert, z. B. AG „Anerkennung und Anrechnung digitaler Lehrformate“ beim Hochschulforum Digitalisierung. Die Diskussionen und Beispiele auf der nationalen Ebene zeigen jedoch, dass der Einsatz von digitalen Nachweisen bisher nur langsam voranschreitet und noch viel Bedarf an Lösungsentwicklung und Aufklärung zu Einsatzmöglichkeiten besteht.

Digitale Nachweise  (engl. Digital Credentials) auf der Basis von offenen, metadaten-basierten Standards wie Open Badges oder Blockcerts) zur Bescheinigung von erworbenen Kompetenzen und/oder Qualifikationen sind flexibel genug, Erfolge aller Formen des  Lernens zu validieren und anzuerkennen. Digitale, Metadaten-fähige Nachweis-Formate können zusätzlich mit semantischen Technologien kombiniert werden, um (teil-)automatisiert Kompetenzen zu erkennen, in Bezug zu setzen und Kompetenz-/Qualifikationsprofile zu vergleichen. Dies über Domänengrenzen hinweg (inkl. sogenannter Softskills) zu tun und über Sprachen hinweg, ist eine Herausforderung der sich die Informatik, speziell die Fachdisziplinen der Graphentheorie, semantischen Technologien und Machine Learning, annehmen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Forschenden zu digitalen Werkzeugen für Kompetenztests (Assessment) und Didaktikern bringt diese Forschung voran.

Ziel des Workshops ist es, Forschende der beteiligten Fachdisziplinen zum Thema digitale Nachweise (Digital Credentials) zusammenzubringen, um die Grenzen und Möglichkeiten interdisziplinär zu beleuchten. Dazu zählen unter anderem Akteure in den folgenden Themenbereichen

  • Digitale Zertifikate (z. B. Public-Key-Zertifikate)

  • Mozilla Open Badges

  • Blockcerts

  • Semantische Technologien zur Kompetenzmodellierung

  • Kompetenzkataloge und ihre Querverweise

  • Graphenalgorithmen und Graphendatenbanken

  • Machine Learning/AI für Bestimmung der Ähnlichkeit von Kompetenzprofilen

  • Matching von Qualifikationsprofilen und Anforderungsprofilen

  • Verfahren zur (semi-)automatischen Kompetenzerfassung bzw. Kompetenzbewertung

 

Im Rahmen des Workshops soll eine praktikable Kombination von Technologien präsentiert und erörtert werden, die geeignet sind traditionelle Kompetenz-/Qualifikationsnachweise zu ergänzen (und langfristig zu ersetzen) mit dem Ziel zur

  1. Validierung und Anerkennung nichtformalen, informellen und digitalen Lernen , 
  2. Verbesserung der Durchlässigkeit des Bildungssystems (primär, sekundär, tertiär), sowie  
  3. Steigerung von Beschäftigungsfähigkeit und Mobilität beizutragen.

(vorläufige Planung)
Dauer: ca. 8 Stunden (Ganztagesworkshop)

 

Dauer

Agenda

45min

Begrüßung, Ziel des Workshops, Keynote zu Digitalen Nachweisen  
Personen: Ilona Buchem & Johannes Konert

30min

Plenumsaktivität: Für welche Frage(n) würden Sie gerne im Rahmen des Workshops eine Antwort finden?
Format: Sammlung auf Moderationskarten, vorlesen, ggf. Erörterung
Ziel: Während der Fachvorträge kann in der jeweiligen Diskussion auf diese Fragen eingegangen werden

15min

Pause

2h

Fachvorträge der akzeptierten Beiträge
6x 15 Min. + je 5 Min. Diskussion (unter Anregung/Rückgriff auf die gesammelten Fragen)

30min

Pause (ggf. länger, falls hier Mittagspause)

60min

Plenumsaktivität: WorldCafé mit 3 Tischen zu “Technologien, Bildungsprozessen, Rahmendbedingungen/Politik”
Leitfragen:
1. Welche Technologien lassen sich passend kombinieren? Was ist noch ungelöst?
2. Welche Bildungsprozesse erfüllen (fast) alle Voraussetzungen für einen Einsatz? Wo werden dig. Kompetenznachweise bereits eingesetzt? Wo/warum nicht?
3. Welche Rahmenbedingungen unterstützen den Einsatz dig. Kompetenznachweise? Welche Hürden sind (rechtlich, politisch, administrativ) noch zu nehmen?

60min

Ergebnispräsentation je WorldCafè 20 Min.

10min

Abstimmung zur Gestaltung der 60 Min. offener Zeit im Anschluss

15min

Pause

60min

Offene Zeit, deren Inhalt für Fragenklärung/Diskussion oder Kleingruppen im Rahmen des Workshops mit den Teilnehmenden geplant wird. (Erfahrungsgemäß ergeben sich in Workshops/Sessions stets Brennpunkte der Diskussion, die oft nicht ausreichend aufgegriffen werden können, da nach Beiträgen nur 5min Zeit ist. Hierfür sowie für Weiterführung der WorldCafe Ergebnisse soll diese Pufferzeit für Interessierte Teilnehmende verwendbar sein

20min

Abschlussrunde
Rückgriff auf die Fragen vom Anfang. Was wurde (nicht) beantwortet?
Blitzlicht 30sek reihum zum Workshop-Ergebnis und konkreter eigener nächster Schritt.

Interaktiver Workshop mit Kleingruppen-Dialogen (Lizenz: UCD School of Medicine CC-SA-BY)

Kontakt

Siehe Organisatoren oder hier.